Nach 20 Jahren kehre ich zurück zu meinen Wurzeln

Das Leben und auch das Berufsleben stellt hin und wieder interessante Weichen. Vor über 20 Jahren öffnete sich eine Tür und eröffnete mir eine Laufbahn in der IT. Ich kehrte meinem Forschungsgebiet den Rücken und fokussierte mich fortan auf Bits und Bytes anstatt Aminosäuren und Gensequenzen. Es folgte eine erstaunliche Zeit mit disruptiven Technologie-Wechseln. Ich durfte den Siegeszug der Virtualisierung von Beginn an miterleben und war ein VMware Fan der ersten Stunde. Ich erinnere mich noch sehr genau an die erste Migration einen VM mit vMotion. Das grenzte an Magie und sollte mich für die nächsten 20 Jahre in seinen Bann ziehen.

Im Laufe des vergangenen Jahres zeichneten sich wiederum tiefgreifende Veränderungen der gewohnten Welt ab. Wir werden erneut Zeuge eines Umbruchs in der Welt der Datacenter. Der Markt- und Technologieführer der letzten zwei Dekaden richtet sich strategisch neu aus und die Karten werden neu gemischt. Viele Kunden sind nicht länger bereit den neuen Weg mitzugehen, oder können es sich schlicht nicht leisten. Ich rede hier nicht von Kleinkunden, sondern von Unternehmen im gehobenen Mittelstand mit bis zu 100 Hosts und mehreren tausend VMs. Es ist an der Zeit den Eisberg am Horizont zu erkennen und eine erneute Richtungskorrektur vorzunehmen.

Nach zwei Jahrzehnten intensiver Arbeit als freier IT‑Berater, Virtualisierungs‑Architekt und leidenschaftlicher Trainer schlage ich ein neues Kapitel auf. Ab Januar 2026 trete ich eine Position am Center for Organismal Studies (COS) der Universität Heidelberg an – und damit zurück zu meinen naturwissenschaftlichen Ursprüngen.

Ein Rückblick

Über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren habe ich meine Expertise im Bereich IT‑Infrastructure und VMware‑Virtualisierung aufgebaut und als Freelancer zahlreiche Unternehmen dabei unterstützt, ihre Rechenzentren aufzubauen, zu modernisieren, Cloud‑Strategien zu implementieren und hybride Umgebungen zu betreiben.

VMware vExpert

Das vExpert Programm öffnete nicht nur die Tür zur einer der freundlichsten globalen IT-Communties, sondern zündete auch ein Booster an Reichweite und Vernetzung. Lange Zeit hielt ich meinen Blog für eher unbedeutend. Erst die Ermutigung durch andere brachte mich dazu, in das Programm einzutreten. Seit meiner ersten Bewerbung 2017 wurde ich neunmal in Folge mit dem Prädikat vExpert in mehreren Disziplinern ausgezeichnet.

vExpertPro

Die vExpert-Pro Initiative wurde gestartet, um neuen Talenten den Weg in die vExpert Community zu ebnen. Wie auch mir zuvor fehlte es vielen potenziellen Kandidaten an einer externen Ermutigung. Ein vExpert-Pro ist ein Mentor für der Interessentzen auf ihre Bewerbung vorbereitet und ihnen hilft, ihren Status zu halten.

VMware Certified Instructor (VCI)

Es ist nicht nur meine Leidenschaft Neues zu entdecken, sondern auch gewonnenes Wissen weiterzuvermitteln. Ich bin daher seit 2018 zertifizierter VMware Trainer. Eine Passion, der ich mit besonderer Freude nachging. Trainer sein bedeutete auch, sich immer mit den neuesten Techniken auseinandersetzen zu müssen (und dürfen). Ich betrachtete es als Privileg, sehr früh mit technologischen Neuerungen in Kontakt zu kommen und (nach einer vereinbarten Embargo Zeit) darüber zu schreiben.

VMUG Deutschland

Die VMware User Group (VMUG) ist eine Gemeinschaft der VMware Kunden und Anwender für direkten Erfahrungsaustausch.

Gemeinsam mit meinen zwei Leader-Kollegen Markus Gehm und Jens Klasen leite ich die VMUG‑Gruppe in Kaiserslautern und organisiere dort regelmäßige Treffen der vCommunity. Unabhängig von meinem Wechsel wird sich daran auf absehbare Zeit nichts ändern.

Dank an Kollegen, Wegbegleiter und Mentoren

Kein Erfolg entsteht im luftleeren Raum. Deshalb möchte ich an dieser Stelle all jenen danken, die mich auf meinem Weg begleitet, inspiriert und unterstützt haben:

  • Den Zündfunke setzte Ende der 90er Jahre Professor Ulrich Schurr. Damals IT-Beauftragter am Botanischen Institut der Uni-Heidelberg. Durch die Übertragung administrativer Aufgaben im Institutsnetzwerk legte er den Grundstein für meine spätere IT-Karriere.
  • Den Kollegen der idicos GmbH, mit denen ich viele frühe Virtualisierungs-Projekte durchgeführt habe.
  • Der gesamten vExpert‑Community – Im Spätsommer 2017 besuchte ich alleine ohne nennenswerte Vernetzung die VMworld in Barcelona. Ihr habt mich mit offenen Armen in eurer Mitte aufgenommen. Eure Herzlichkeit und euer Wissensaustausch haben mir den Einstieg in die globale VMware‑Community ermöglicht. Viele dieser ersten Kontakte sind enge Freunde und Wegbegleiter geblieben.
  • Prof. Dr. Jens Söldner und das Team von Söldner‑Consult in Nürnberg – seit vielen Jahren besteht eine enge Partnerschaft in vielen spannenden Projekten. Der Satz „Einmal mit Profis arbeiten“ trifft hier den Nagel auf den Kopf. Egal wie schwierig die Projekte auch waren, ich hatte immer mehrere Experten an meiner Seite, mit deren Expertise ich auch meinen eigenen Horizont erweitern konnte. Jens Söldner war es, der mich zur vExpert-Bewerbung ermutigte und mir auch die Trainerlaufbahn ebnete.
  • Meine dänischen VMUG‑Kolleginnen und -Kollegen – herzlichen Dank für die wiederholten Einladungen zur Nordic-VMUG und als Redner zu euren Tech‑X 300‑Veranstaltungen. Eure offene Kultur und die Möglichkeit, Wissen in einem internationalen Rahmen zu teilen, haben meine Präsentationsfähigkeiten geschärft und wertvolle Kontakte geknüpft. „Tusind tak for alt. I er fantastiske.“

Zurück zu den Ursprüngen: Biologische Grundlagenforschung

Bevor ich meine Laufbahn in der IT einschlug, war ich in der Forschungslandschaft der pflanzlichen Molekularbiologie tätig. Meine Arbeit am Botanischen Institut der Universität Heidelberg sowie am Max‑Planck‑Institut für molekulare Pflanzenphysiologie in Golm (MPI‑MP) legte den Grundstein für meine Leidenschaft, komplexe Systeme zu verstehen und zu optimieren – eine Denkweise, die mir bis heute in der IT‑Architektur sehr hilfreich war.

Die neue Herausforderung am COS Heidelberg

Das Centre for Organismal Studies (COS) Heidelberg hat sich zum Ziel gesetzt, die Biologie von Organismen über die Grenzen biologischer Organisationsebenen hinweg zu erforschen. Forschung und Lehre am COS widmen sich der Biologie von Organismen von den molekularen Grundlagen über Zellbiologie, Entwicklungsbiologie und Physiologie bis hin zu Evolution und Biodiversität sowie der Systembiologie und Biotechnologie in pflanzlichen und tierischen Systemen.

In meiner neuen Rolle werde ich digitale Infrastrukturen für die Forschung pflegen und weiterentwickeln, um Datenmanagement, Analyse‑Workflows und kollaborative Plattformen zu vereinfachen.
Als Brückenkopf zwischen Naturwissenschaft und IT werde ich die Bedürfnisse von Forschenden mit modernsten Technologien verknüpfen und innovative Virtualisierungs‑ und Cloud‑Lösungen implementieren, die den Zugriff auf Forschungsdaten skalierbar, hochverfügbar und sicher gestalten.

Ich sehe diese Aufgabe als ideale Symbiose meiner beiden beruflichen Welten: Die analytische Präzision aus der Molekularbiologie trifft auf die Skalierbarkeit und Flexibilität moderner IT‑Architekturen.

Was bedeutet das für die Community?

Als langjähriger Leader der VMUG‑Kaiserslautern werde ich weiterhin mit meinen Co-Leadern die Gruppe voranbrigen und nach besten Kräften unterstützen.
Auch meinen Blog elasticsky.de werde ich weiterhin pflegen. Ich plane, künftig vermehrt über die Schnittstellen zwischen Wissenschaft und IT zu schreiben und so meine beiden Leidenschaften zu vereinen. Der Fokus wird sich sicherlich ein wenig verschieben. Neben VMware werden künftig auch weite Felder der Open-Source Landschaft abgedeckt.

Wie geht es weiter?

Zunächst freue ich mich auf die neue Herausforderung eines Lanzeit-Projektes. Spitzenforschung produziert gewaltige Datenmengen. Es gilt eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme zu betreiben, erweitern, ersetzen, schützen und verfügbar zu halten.

Nächste Station: VMUG-Connect

Ich hatte mich vor einiger Zeit als Speaker auf der VMUG-Connect in Amsterdam beworben. Das Thema wurde angenommen und ich freue mich, dort wieder viele alte Freunde zu treffen.

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