vSphere5: Lizenzmodell aktualisiert

In meinem letzten Artikel zum Thema vSphere5 Lizenzierung setzte ich mich mit dem neuen Preismodell und der Auswirkung auf Bestandskunden auseinander. Nach dem kräftigen Gegenwind aus Richtung der Anwendergemeinschaft hat VMware sein urprüngliches Lizenzmodell für vSphere5 nun nochmals überarbeitet. Insbesondere die vRAM Menge pro Sockel-Lizenz wurde deutlich erhöht.

Quelle: VMware

Mein Rechenbeispiel des ursprünglichen Posts sieht nun etwas verändert aus:

Ich ging aus von 3 ESX Hosts mit je 2 CPU und je 96GB RAM (Gesamt RAM: 288GB)

  • vSphere4 Standard: 6 Lizenzen (nutzbarer Gesamt RAM 288GB)
  • vSphere5 Standard: 6 Lizenzen mit je 32GB vRAM. Nutzbarer Gesamt RAM: 192GB (vorher 144GB)
  • vSphere5 Enterprise: 6 Lizenzen mit je 64GB vRAM. Nutzbarer Gesamt RAM: 384GB (vorher 192GB)
  • vSphere5 EnterprisePlus: 6 Lizenzen mit je 96GB vRAM. Nutzbarer Gesamt RAM: 576GB (vorher 288GB)

Damit sieht die Rechnung schon bedeutend besser aus. Selbst im Standard Modell muß der Kunde keine Lizenzen nachkaufen. Er hat zwar nicht genügend vRAM Lizenzen für seine physischen 288GB, jedoch darf man bei einem ESX Cluster nicht mit Vollauslastung rechnen. Es sollte grundsätzlich ein n-1 Modell gefahren werden. D.h. ein Knoten kann ausfallen und die restlichen übernehmen die Last. Für drei Knoten bedeutet das man darf jeden Knoten im Schnitt nur zu zwei Dritteln auslasten um nicht die Hochverfügbarkeit zu gefährden. Eine 2/3 Auslastung in Bezug auf RAM bedeutet die Anlage hat einen maximalbedarf von 192GB vRAM – und genau das ist durch die neue Lizenz abgedeckt. Im Fehlerfall wird das vRAM des ausgefallenen Hosts den verbleibenden Servern zur Verfügung gestellt. D.h. sie haben weiterhin 192GB vRAM, was ihrer physischen Kapazität entspricht.

Wer nicht mit Papier und Bleistift rechnen möchte, kann mit Hilfe eines Powershellskripts von Hugo Peeters den Lizenzbedarf einer bestehenden Anlage prüfen. Dieses Skript wurde bereits auf das neue Modell angepasst.

VMware hat ebenfalls reagiert und bietet Informationen und ein Berechnungstool (vSphere Licensing Advisor) an. Diese wichtige Info stammt von Yellow-Bricks.

vSphere5: Desktop Edition

VMware plant ein Lizenzierungsmodell speziell für VDI Umgebungen.

ESX VDI Cluster  haben typischerweise ein hohes RAM zu CPU Verhältnis, was nach dem neuen Lizenzmodell mit erheblichen Mehrkosten einher gehen würde. Speziell für diese Anwendungsgebiete wird es ein eigenes Lizenzpaket geben, wie VMware in einer FAQ erläutert. Üblicherweise ist eine derartige Lizenz im Produkt VMware View enthalten. Diese soll künftig auch für nicht-View Kunden erhältlich sein. Die Lizenz entspricht einer klassischen Enterprise+ Lizenz, ist aber nicht Beschränkt in Bezug auf RAM. Einzige Einschränkung: es können nur VMs mit Desktop OS betrieben werden.

vSphere Desktop can be used only to host a desktop virtualization environment.

 

vSphere5: neues Lizenzmodell

Update: Dieser Artikel ist veraltet. Ein neuer Artikel zum Thema befindet sich unter diesem Link.

Gestern war es soweit. VMware hat offiziell die nächste Version von vSphere angekündigt. Ausgewählte Betatester durften schon seit einigen Wochen mit dem Produkt experimentieren, waren jedoch zu Stillschweigen verpflichtet. 😉 Bei aller Euphorie für die neuen Funktionen von vSphere5 entsteht ein bitterer Beigeschmack, wenn man einen genaueren Blick auf das neue Lizenzmodell wirft. „vSphere5: neues Lizenzmodell“ weiterlesen